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Eine Buddhafigur neben einem alten Friseurstuhl. Ein Holzscheit neben einer Meißen-Tasse. Eine Barte neben einer Münze aus vergangenen Jahrhunderten. Die Bartenstein Ausstellung „Zwischen den Toren, hinter den Türen“ ist so rätselhaft wie faszinierend – und sie erzählt etwas, das man diesem 300-Seelen-Ort auf den ersten Blick vielleicht nicht zutrauen würde: Er steckt voller lebendiger, bewegender, manchmal skurriler und immer überraschender Geschichten.
Bartenstein: Viel mehr als ein hübsches Freilichtmuseum
Wer den Namen Bartenstein kennt, hat ihn meist im Zusammenhang mit einem beeindruckenden Superlativ gehört: kleinste geschlossen erhaltene Barockresidenz Deutschlands. Und tatsächlich – wenn man durch das historische Tor tritt und die Schlossstraße entlangschaut, fühlt man sich unweigerlich um Jahrhunderte zurückversetzt. Das barocke Ensemble aus Schloss, Kirche, Pfarrhaus, Kanzlei und den schmucken Bürgerhäusern ist so vollständig erhalten, dass es fast unwirklich wirkt.
Das Städtchen liegt am Rande der Kocher-Jagst-Region, zwischen Bad Mergentheim, Crailsheim und Schwäbisch Hall – also genau dort, wo Hohenlohe am schönsten und ursprünglichsten ist. Rund 30 sogenannte Haustafeln entlang des historischen Rundwegs erzählen von der bewegten Geschichte des Ortes: von Fürsten und Untertanen, von Blütezeiten und Niedergang, von der einstigen Kleinresidenz der Herren von Hohenlohe-Bartenstein.
Doch wer lebt eigentlich heute in diesen schmucken Häusern aus dem 18. Jahrhundert? Wer geht durch diese Tore, wer öffnet jeden Morgen diese alten Holztüren? Genau diese Frage hat sich das Ausstellungsprojekt „Zwischen den Toren, hinter den Türen“ gestellt – und die Antworten sind verblüffend.
50 Objekte, 50 Geschichten – die Bartenstein Ausstellung im Überblick
Die Initiatoren des Projekts, Monika Rollcke-Schmid und Frank Trümper, haben in dutzenden Interviews mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn gesprochen. Sie haben gefragt, gelauscht, gestaunt – und am Ende über 50 Objekte zusammengetragen, die so unterschiedlich sind wie die Menschen, von denen sie stammen. Alteingesessene und Zugereiste haben mitgemacht. Kleintierzüchter und Künstler. Oldtimer-Fans und Öko-Gärtner. Abenteurer, Senioren und junge Familien.
Das Ergebnis ist kein trockenes Heimatmuseum und keine nostalgische Rückschau – sondern ein lebendiges Panoptikum des heutigen Bartenstein. Jedes Objekt in der Ausstellung wirft zunächst Fragen auf: Was hat es mit dem alten Kochbuch auf sich, das neben einer Axt liegt? Warum hat jemand ausgerechnet einen Holzscheit beigesteuert? Und was verbindet eine Bartensteinerin mit jener Buddhafigur aus Fernost?
Kurze Begleittexte enthüllen die Rätsel – und öffnen dabei Türen zu ganz persönlichen Lebensgeschichten. Zur Verbindung eines Menschen zu seinem Haus, zu seinen Vorfahren, zu seinen Nachbarn. Zusammen ergeben diese 50 Miniaturen ein buntes Kaleidoskop einer Gemeinschaft, die man so nicht erwarten würde: lebendig, vielfältig, herzlich und zusammengewachsen.

„Am Anfang stand die Frage: Wer lebt eigentlich heute „Zwischen den Toren, hinter den Türen“ all dieser schmucken Häuschen aus dem 18. Jahrhundert? Und wie kommt es, dass gerade ein so museal wirkender Ort eine so lebendige Ortsgemeinschaft hat?“
Die Veranstalter
Die Alte Apotheke als perfekter Ausstellungsort
Ein Ort voller Geschichte
Die Alte Apotheke in der Schlossstraße 20 ist selbst ein Stück Bartenstein. In einem historischen Gebäude inmitten des Ensembledenkmals präsentiert die Ausstellung ihre Fundstücke – und das passt wunderbar: Denn so wie eine alte Apotheke einst Heilmittel für die Bewohner bewahrte, bewahrt diese Ausstellung nun die Geschichten der Menschen, die dem Ort sein Gesicht geben.
Vernissage und Öffnungszeiten
Die Ausstellung eröffnet mit einer Vernissage am Sonntag, 20. September 2025, von 14 bis 19 Uhr. Danach ist sie bis zum 18. Oktober jeweils freitags, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können auch Sondertermine vereinbaren – einfach unter der Nummer 0173 3166300 anfragen. Passend dazu gibt es einen 152-seitigen Katalog (vierfarbig, 14,00 EUR), der die Portraits der Bewohner mit reichem Bildmaterial vertieft.
Warum du die Bartenstein Ausstellung nicht verpassen solltest
Ausstellungen über Ortsgeschichte gibt es viele – aber diese hier ist anders. Sie stellt keine Fürsten und Feldherren in den Mittelpunkt, keine Schlachten und Staatsakte. Sie fragt: Was macht einen Ort zu einem Zuhause? Und findet die Antwort bei den ganz normalen, wunderbaren Menschen, die heute zwischen den Bartensteiner Toren wohnen.
Für Besucher der Kocher-Jagst-Region ist das ein doppeltes Erlebnis: Man entdeckt nicht nur eines der schönsten und unbekanntesten Barockensembles Südwestdeutschlands – man bekommt auch einen echten, menschlichen Einblick hinter die Fassaden. Das ist selten. Das ist wertvoll. Und das ist genau das, wofür diese Region steht: Tiefe statt Oberfläche, echte Begegnungen statt touristischer Hochglanzwelt.
Praktische Tipps für deinen Besuch in Bartenstein
So machst du das Beste aus deinem Ausflug nach Bartenstein:
- Kombiniere den Ausstellungsbesuch mit einem Spaziergang entlang des historischen Rundwegs – die rund 30 Haustafeln erzählen die Jahrhunderte, die Ausstellung erzählt die Gegenwart.
- Plane mindestens 1,5 bis 2 Stunden für die Ausstellung ein – die Begleittexte laden zum Verweilen und Nachdenken ein.
- Den Katalog (14,00 EUR) lohnt es sich zu kaufen: 152 Seiten mit ausführlichen Portraits und Fotos, die weit über das hinausgehen, was in der Ausstellung gezeigt werden kann.
- Gruppen können Sondertermine unter 0173 3166300 vereinbaren – ideal für Vereine, Schulklassen oder Reisegruppen.
- Bartenstein liegt verkehrsgünstig zwischen Bad Mergentheim, Schwäbisch Hall und Crailsheim – ein Abstecher auf dem Weg oder als eigenes Tagesausflugsziel ist gleichermaßen möglich.
- Im Herbst zeigt sich die Hohenloher Landschaft rund um Bartenstein von ihrer schönsten Seite – kombiniere den Ausflug mit einer Wanderung durch die herbstliche Kulturlandschaft.
Alle Infos zur Ausstellung auf einen Blick
Hier gehts zum Eventeintag.
- Titel: „Zwischen den Toren – hinter den Türen. Eine Ausstellung über uns Bartensteiner heute“
- Ort: Alte Apotheke, Schlossstraße 20, 74575 Bartenstein
- Vernissage: Sonntag, 20. September 2025, 14:00–19:00 Uhr
- Öffnungszeiten: 25. September bis 18. Oktober 2025, jeweils Fr./Sa./So., 15:00–18:00 Uhr
- Gruppen: Sondertermine nach Vereinbarung – Tel. 0173 3166300
- Eintritt: (bitte beim Veranstalter erfragen)
- Katalog: 152 Seiten, vierfarbig, EUR 14,00 – erhältlich vor Ort