Das Gemmingensche Schloss in Widdern, auch „Schlösschen Widdern“ genannt, ist ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde als Herrensitz der Freiherren von Gemmingen errichtet, die seit dem 15. Jahrhundert Anteile an Widdern besaßen. Ein Türsturz über der Kellertür trägt die Jahreszahl 1574. Der Fachwerkbau steht auf einem massiven Sockel und hat einen runden Treppenturm. Für den Bau wurden Werksteine der 1458 zerstörten Ganerbenburg verwendet.
In der Nachbarschaft entstand 1584 das Gemmingensche Amtshaus. Die Gasse entlang der Gebäude hieß früher Schlossgasse und wurde 1941 in Keltergasse umbenannt. Nachdem die Linie Bürg-Presteneck 1841 im Mannesstamm ausgestorben war, verkauften die Erben den Besitz bald. 1863 erwarb ein Bierbrauer und Wirt das Schloss und eröffnete dort 1864 eine Gaststätte, die später „Gasthof zum grünen Baum“ hieß. Eine Bierbrauerei wurde im Haus bis 1903 betrieben.
Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt und ist ein geschütztes Kulturdenkmal. Es lässt sich daher von außen als Zeugnis der Ortsgeschichte betrachten. Öffnungszeiten oder Besichtigungsangebote sind nicht bekannt.



