Die Ruine Helmbundkirche in Neuenstadt am Kocher ist der letzte erhaltene Rest der abgegangenen Siedlung Helmbund. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Helmbund im Jahr 797 im Lorscher Codex, und zwar im Zusammenhang mit einer Schenkung des fränkischen Grafen Milo an das Kloster Lorsch. Im späten Mittelalter gab man den Ort zugunsten der 1325 erstmals erwähnten neuen Stadt Neuenstadt auf.
Von der Kirche steht im Wesentlichen noch der Turmsockel. Er zeigt spätromanische Stilmerkmale und den spitzbogigen Triumphbogen, der einst den Turmchor mit dem Kirchenschiff verband. Der umliegende Kirchhof diente bis 1636 als Begräbnisstätte für Neuenstadt und Cleversulzbach, und in der Gruft wurden noch bis ins 18. Jahrhundert regionale Adlige beigesetzt. Als die Ruine Mitte des 19. Jahrhunderts einsturzgefährdet war, erwog die Gemeinde 1870 den Abriss. Dank einer Spendenaktion kam stattdessen Geld für Sanierung und Erhalt zusammen.
In OpenStreetMap ist die Anlage als Ruine einer römisch-katholischen Kapelle verzeichnet. Sie ist rund um die Uhr zugänglich, aber nicht rollstuhlgerecht.



